PODCAST
Hallo ihr wunderbaren Frauen da draußen,
herzlich willkommen zum Podcast "Lebensphase: fortgeschritten! - Dein Sonntagnachmittag Podcast auf der Suche nach dem Gewinn der Wechseljahre" von Miriam und Eva. Wir sind zwei Freundinnen – die eine Journalistin, die andere Wissenschaftlerin. Beide über vierzig.
Wir wollen die Wechseljahre nicht als Problem oder Defizit betrachten, sondern als komplexe Übergangsphase mit eigener Logik: mit einer Funktion, einer Dynamik und vielleicht sogar einer weitreichenden Aufgabe. Unser Projekt heißt fourtyflow.
Dieser Podcast begleitet unsere persönliche Forschungsreise durch das Jahr 2026. Wir treffen zwölf Menschen mit ganz unterschiedlicher fachlicher und wissenschaftlicher Expertise – und stellen ihnen die Fragen, die uns selbst beschäftigen.
Sind Hormone vielleicht nur die bequemste Erklärung?
In einer Lebensphase voller Umbrüche und Veränderungen – in der wir beginnen, Ideen, Lebensentwürfe und manchmal auch Menschen loszulassen – reagieren Körper und Psyche mit ganz eigenen Bewältigungsstrategien. Es geht um Resilienz, Selbsterkenntnis und die Bereitschaft zur Neuorientierung. Mit fourtyflow haben wir uns auf diesen ganz persönlichen Weg gemacht.
Unser Podcast soll dir Wissen und Klarheit schenken – und das gute Gefühl, mit deinen Fragen nicht allein zu sein. Begleite uns gerne auf unserer Forschungsreise, hör rein, bleib dabei und entdecke mit uns, was diese Lebensphase alles bereithält.
Unser Gast
Wir beginnen unsere Suche in Österreich - genau genommen in Innsbruck. Dort treffen wir Prof. Dr. Dr. Christian Schubert - prominenter Vertreter des Forschungsbereichs Psychoneuroimmunologie. Er ist studierter Mediziner und Psychologe. Seit 1995 leitet er das Labor für Psychoneuroimmunologie (PNI) an der Universitätsklinik für Medizinische Psychologie Innsbruck.
Die Forschungsergebnisse seines Teams teilt und nutzt er unter anderem als praktizierender Psychotherapeut und Autor von inzwischen mehreren Büchern. Gerade ist sein aktuelles Buch erschienen – es heißt: „Immunsystem neu gedacht - Wie psychische und soziale Faktoren unsere Gesundheit stärken“.
Thema
Diese Podcast-Folge nimmt dich mit in einen Forschungsbereich, der das klassische Verständnis von Medizin grundlegend infrage stellt: die Psychoneuroimmunologie. Du erfährst, warum Stress nicht nur ein Gefühl ist, sondern messbar Wundheilung verzögert, Entzündungen antreibt und das Immunsystem verändert – belegt durch Studien, in denen selbst kleine Verletzungen unter Prüfungsstress Tage länger zum Heilen brauchten. Wir sprechen darüber, weshalb Stressreaktionen im Körper nicht linear verlaufen, warum Cortisol oft erst Tage später reagiert, was bei chronischer Erkrankung dabei schief läuft und wieso unsere Beziehungen und unser soziales Erleben zu den stärksten, bislang unterschätzten Taktgebern unserer Biologie gehören.
Psychoneuroimmunologie (PNI)
Die Psychoneuroimmunologie ist ein vergleichsweise junger Forschungsbereich, dessen Anfänge in die Mitte der 1970er-Jahre reichen und der bislang überwiegend wissenschaftlich erforscht wird, ohne bereits breit klinisch angewendet zu sein. Im Zentrum steht die Wechselwirkung zwischen psychischen Prozessen und dem Immunsystem – und zwar in beide Richtungen, da auch das Immunsystem Erleben und Verhalten maßgeblich beeinflusst. Diese enge Verbindung von Körper, Geist, Seele und sozialen Beziehungen macht das Feld hochkomplex und stellt das traditionelle Menschenbild der Schulmedizin grundlegend infrage.
GEWINNSPIEL
Wir verlosen 5 Bücher: „Immunsystem neu gedacht“ von Prof. Dr. Dr. Christian Schubert!
Zum Start des fourtyflow Podcasts verlosen wir fünf Exemplare des Buches
„Immunsystem neu gedacht“ von Prof. Dr. Dr. Christian Schubert, einem der führenden Vertreter der Psychoneuroimmunologie und unserem ersten Podcast-Gast.
„Immunsystem neu gedacht“ von Prof. Dr. Dr. Christian Schubert, einem der führenden Vertreter der Psychoneuroimmunologie und unserem ersten Podcast-Gast.
Auf 272 Seiten nimmt uns der Autor mit in die faszinierende Welt des Immunsystems – aus der Sicht der Psychoneuroimmunologie.
Er zeigt, dass das Immunsystem weit mehr ist als nur Zellen, die externe Eindringlinge abwehren. Es ist hochkomplex und wird ebenso von psychischen Faktoren sowie sozialen, gesellschaftlichen und kulturellen Einflüssen geprägt – Aspekte, die im heutigen Medizinsystem oft übersehen werden und keine Berücksichtigung finden.
Das Buch verdeutlicht, warum Gesundheit nicht nur körperlich, sondern auch psychisch und sozialgedacht werden muss –und wie diese Erkenntnisse unser Leben und unseren Alltag positiv beeinflussen können.
Es bietet es einen ganzheitlichen Ansatz für natürliche Gesundheit:
Und dienst als Ratgeber hin zu einer menschlicheren Medizin, die Körper, Psyche und soziale Zusammenhänge gleichermaßen berücksichtigt.
Und dienst als Ratgeber hin zu einer menschlicheren Medizin, die Körper, Psyche und soziale Zusammenhänge gleichermaßen berücksichtigt.
Neugierig geworden?
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"WAS WIR SOZIAL ERLEBEN IN UNSEREN BEZIEHUNGEN, WAS UNS STRESST, WAS UNS POSITIV STIMMT, SIND DIE WIRKLICHEN TAKTGEBER UNSERER BIOLOGIE."
Prof. Dr. Dr. Christian Schubert
Warum wir unsere Forschungsreise mit Prof. Dr. Dr. Christian Schubert starten
Bei fourtyflow betrachten wir Gesundheit immer ganzheitlich: Sie entsteht nicht nur durch Hormone oder moderne Medizin, sondern im dynamischen Zusammenspiel von Körper, Psyche, Immunsystem und sozialen Beziehungen – genau hier setzt die Psychoneuroimmunologie an. Schuberts Forschung zeigt, dass unser Immunsystem stark von unserem psychischen Befinden und dem Lebenskontext beeinflusst wird. Stress, Verbundenheit und Sinnfragen wirken messbar auf unseren Körper, ein entscheidender Schlüssel, um die Wechseljahre besser zu verstehen.
Die Wechseljahre sind längst kein Randthema mehr: aktuelle Studien belegen, dass hormonelle Veränderungen weit über den Eisprung hinaus Immunsystem, Gehirn und Entzündungsprozesse beeinflussen und damit körperliche wie psychische Beschwerden erklären helfen. So lassen sich systemische Entzündungsverläufe während der Menopause nachweisen, die nicht nur den Körper, sondern auch Stimmung und kognitive Funktionen betreffen – ein deutliches Beispiel dafür, wie eng Nerven-, Immun- und Hormonsystem miteinander verbunden sind.
Neuere Forschungsansätze untersuchen zudem, wie die Wechseljahre Gehirnfunktionen, emotionale Regulation und Entzündungsprozesse beeinflussen und wie Hormonersatztherapien das Immunsystem gezielt modulieren können. Diese Erkenntnisse machen deutlich:
Die Wechseljahre sind weit mehr als eine rein biologische Phase. Sie sind ein vielschichtiger Prozess, der unsere Lebensqualität, unser Denken und unser Erleben prägt – und der eine Perspektive erfordert, die weit über die klassische medizinische Betrachtung hinausgeht.
WAS NEHMEN WIR AUS DEM GESPRÄCH AUF UNSERE REISE MIT ...
1.
Die effektivste Strategie für ein möglichst ungesundes Leben: Such dir Eltern aus, die dich von früh an richtig schlecht behandeln, die dir wenig Bindung geben, die kalt und harsch sind, die dir wenig Sicherheit und Liebe vermitteln.
Eltern, die andere Interessen haben, als Kinder zu haben.
2.
Soziale Trigger. Was wir sozial erleben in unseren Beziehungen, was uns stresst, was uns positiv stimmt, sind die wirklichen Taktgeber unserer Biologie. Das zeigen Studien ganz klar.
Die soziale Welt hat einen enormen Einfluss auf uns.
3.
Stress verzögert nachgewiesen den Wundheilungsprozess. Übertragen auf ein schweres traumatisches Ereignis der Medizin, wie einen Unfall oder eine Organtransplantation hat Stress eine enorme Auswirkung auf bspw. die Einnahme von Schmerzmittel, Verweilzeiten und Rückfälle.
Die Forschung zeigt, dass Angst und Trauma in diesen schweren Situationen durchaus massive Konsequenzen haben, wenn es keine positive soziale Unterstützung gibt.
4.
Cortisol-Zyklus: Die Studien zeigen, dass Stressreaktionen im Körper nicht linear, sondern zyklisch verlaufen und mit teils großer zeitlicher Verzögerung auftreten – ein Aspekt, der in klassischer Forschung kaum berücksichtigt wird. Bei gesunden Menschen fällt das Cortisol nach einem Stressor zunächst ab und steigt erst Tage später wieder an, während bei Autoimmun- oder Brustkrebspatientinnen das Muster umgekehrt ist: zuerst Anstieg, dann ein gefährlicher langfristiger Abfall (Hypokortisolismus).
Dieser Cortisolabfall verhindert die Regulation von Entzündungen, was chronische Entzündung fördert und bei Krebserkrankungen nachweislich das Risiko für Krankheitsverschlechterung oder Rückfälle erhöhen kann.
Bei akutem Stress aktiviert zuerst der Sympathikus das Stresssystem, was Herz, Atmung, Muskulatur und auch das Immunsystem hochfährt und eine kurzfristige Entzündungsreaktion auslöst.
Diese Entzündung ist evolutionsbiologisch sinnvoll, um den Körper auf mögliche Verletzungen oder Infektionen vorzubereiten, wird aber langfristig gefährlich.
Deshalb folgt zeitverzögert Cortisol als zweiter Stressparameter, dessen Aufgabe es ist, die Entzündung wieder herunter zu regulieren und so einen gesunden Auf-und-Ab-Zyklus sicherzustellen.
5.
In einer männlichen, einer patriarchalischen Kultur - wo Stärke, Schnelligkeit, Quantität, Emotionslosigkeit, Militär Themen sind, verstecken Männer sich hinter ihrer Arbeit und Leistung. Sie sind die Soldaten der Gesellschaft - und Soldaten schieben Emotionen weg.
Üblicherweise sind sie umgeben von sozialen Umgebungen, die davon profitieren, dass sie so sind, wie sie sind.
6.
Hypothese: Autoimmunkrankheiten haben viel damit zu tun, dass Menschen sich in mächtigen Gesellschaftskonstellationen nicht entsprechend äußern dürfen.
Es wird immer deutlicher, dass Unterdrückung, Traumatisierung, Missbrauch bei vielen Autoimmunerkrankungen Themen sind.
7.
In Interview-Studien gezeigter Persönlichkeitstypus von Rheumapatienten und Lupuspatientinnen: eher zurückhaltend dienend, sich aufopfernd, Wut nicht äußernd, sondern in sich hineinfressend, möglicherweise sie gar nicht spürend. Menschen, die von Beginn an ihres Lebens lernen mussten, Wut gar nicht erst zu merken.
Wenn aber Wut tatsächlich gespürt wurde, dann stand sie unter Schuld und Strafe.
8.
Ekel vor etwas Verdorbenem ist ein fantastisches Immunsystem. Gäbe es den Ekel nicht, würden wir uns dauernd vergiften und sterben. Angst, Furcht ist ein super Immunsystem von Menschen, die sich schützen müssen vor möglichen Angriffen von außen.
Das Immunsystem ist nicht nur biologisch. Es gibt auch ein Immunsystem, das emotional ist.
9.
Salutogenese-Prinzip. Es gibt drei Bereiche, die das Kohärenzgefühl stärken. Du musst verstehen, was passiert. Du musst das Gefühl haben, Kontrolle darüber zu haben, es verändern zu können. Und Du musst einen Sinn darin sehen, die Dinge, die du verstehst und kontrollieren kannst, auch umzusetzen.
Dieses Kohärenzgefühl ist sehr gesund.
10.
Es gibt ein „kulturelles Immunsystem“, das aus vier zentralen Verbindungen besteht: zur eigenen Region und ihrem überlieferten Wissen, zu sich selbst durch Selbsterfahrung, zur sozialen Gemeinschaft sowie zur zeitlichen Kontinuität zwischen Vergangenheit und Zukunft. Zusammengenommen formen diese Ebenen ein archaisches Wissen, das den Menschen in seiner Identität, Verwurzelung und Verbundenheit charakterisiert.
These: Der heutige Zeitgeist vertraut auf Technik und moderne Medizin und verliert dabei viel von dem Wissen aus den Augen, das Menschen über Jahrtausende getragen hat. Gleichzeitig wird spürbar, dass Individualisierung, Vereinsamung und Fortschrittsdruck krank machen.
11.
Kirche und Glaube: Studien deuten darauf hin, dass religiöse Praxis mit einer deutlich höheren Lebenserwartung verbunden ist.
Nicht primär wegen sozialer Einbindung, sondern weil das erlebte Gefühl von Führung und Sinn ein starkes Kontroll- und Handlungsbewusstsein fördert.
12.
Die effektivste Strategie für Frauen möglichst gesund zu bleiben: Die Gesellschaft sollte stärker von Empathie, Qualität und sozialen Werten geprägt sein, ohne Gleichmacherei zwischen Männern und Frauen zu verlangen.
Frauen sollten ihre Weiblichkeit und eigenen Lebenswerte in den Mittelpunkt stellen, statt sich an männlichen Karriere- und Leistungsidealen zu orientieren.
Wohl gemerkt: Das heißt nicht, dass Frauen ihr Leben und ihre Karriere nicht frei und unbegrenzt gestalten sollen - allerdings vielleicht auf eine sehr viel weiblichere Art und Weise. Wie das geht? Wir werden es herausfinden!
PUBLIKATIONEN
Immunsystem neu gedacht - Wie psychische und soziale Faktoren unsere Gesundheit stärken. (2025)
Ganzheitlich gesund durch einen bio-psycho-sozialen Blick auf das Immunsystem
Unser Immunsystem schützt uns vor Viren und Bakterien, heilt Wunden und kann uns vor Krebs und Autoimmunkrankheiten bewahren. Was meist übersehen wird: Es umfasst weit mehr als die biologische Ebene , denn auch psychische und soziale Abwehrkräfte spielen eine entscheidende Rolle.
Unser Immunsystem schützt uns vor Viren und Bakterien, heilt Wunden und kann uns vor Krebs und Autoimmunkrankheiten bewahren. Was meist übersehen wird: Es umfasst weit mehr als die biologische Ebene , denn auch psychische und soziale Abwehrkräfte spielen eine entscheidende Rolle.
Der Psychoneuroimmunologe Prof. Dr. Dr. Christian Schubert offenbart eine ganzheitliche Sicht auf das Immunsystem, die nicht nur für die Gesundheit, sondern auch für das Miteinander und die Interaktion in der Gesellschaft relevant ist. Er zeigt auf, wie wir auf unser natürliches und ganzheitliches Immunsystem vertrauen, sodass wir im Alltag umsichtiger, nachhaltiger und gesünder agieren können.
Eine revolutionäre Perspektive für ein gesünderes Leben – im Alltag der einzelnen Menschen ebenso wie in der Gesellschaft.
Was uns krank macht – Was uns heilt. Aufbruch in eine neue Medizin - Das Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele besser verstehen. (2019)
Ein radikal neuer Blick auf den Zusammenhang von Gehirn, Psyche und Gesundheit
Grippezeit, jeder schnieft und hustet. Man hofft, heil über die Runden zu kommen. Doch wer bleibt verschont und wer landet mit Fieber im Bett? Wie die noch junge Disziplin der Psychoneuroimmunologie beweist, wirken Psyche, Gehirn und Immunsystem aufs Engste zusammen. Unser Immunsystem steht in ständiger Wechselwirkung mit unseren Gedanken, unserem Verhalten und unseren Gefühlen.
Neueste Studien zeigen: Chronischer Stress, z.B. in Beziehungen oder im Job, macht uns nicht nur anfälliger für Infektionen, sondern kann unser Leben erheblich verkürzen, ja langfristig zu schweren Leiden wie Krebs und Autoimmunkrankheiten führen. Umgekehrt - so die gute Nachricht - mobilisieren positive Gedanken sowie seelische Ausgeglichenheit und inneres Wohlbefinden unsere Selbstheilungskräfte, die Krankheiten verhindern.
Prof. Dr. Dr. Christian Schubert plädiert für ein neues Denken in Medizin und Forschung, das den ganzen Menschen im Blick hat – und einen radikalen Wandel unseres Gesundheitswesens erfordert.
LINKS
▶︎ https://kpni.de/ - Gesellschaft für klinische Psycho-Neuro- Immunologie Deutschland & Österreich: Die kPNI e.V. versteht sich als Interessenvertretung für Patienten, Therapeuten und Wissenschaftler aus dem Fachbereich der klinischen Psycho-Neuro-Immunologie. Das PNI Konzept wird vorgestellt, es gibt eine Expertensuche und Buchtipps passend zum Thema.
▶︎ https://www.ugb.de/ - Verein für unabhängige Gesundheitsberatung; Auf der Internetseite des Vereins für unabhängige Gesundheitsberatung könnt ihr dieses PDF herunterladen. Singer, M., & Schubert, C. (2014). Kein Körper ohne Seele. UGB Forum, 6, 270-273. Der Text fasst nochmal leicht verständlich zusammen, worum es in der PNI geht und welche externen Faktoren Einfluss auf unser Immunsystem nehmen können.