AUSPROBIERT!
Schreiben für die Psyche: (M-)ein Selbstversuch mit Journaling und Reflexion
Ich wusste eigentlich gar nicht so genau, was uns im Kurs „Journaling und Reflexion“ erwartet. „Mentales Fitness Studio“ klang für mich ein bisschen nach Sport und leichtem schwitzen. Ins Schwitzen gekommen bin ich dann auch - aber eher psychisch als physisch.
Zu Beginn wurden wir alle herzlich von Lisi der Kursleiterin (angehende Psychologin) begrüßt. Nachdem wir - auf unseren Matten sitzend - ein paar Atemübungen gemacht haben, ging es los. Bewaffnet mit Stift und Papier sollten wir „reflektieren“. Das waren einige der Fragen: Was hat mich diesen Sommer besonders gefreut, welche Herausforderungen habe ich gemeistert, wofür bin ich dankbar, was lasse ich los, und was wünsche ich mir als neue Routine für den Herbst? …
Zu Hause habe ich das mit den „positiven“ Gedanken aufschreiben schon oft versucht. Klappt aber nie, weil ich mich ständig ablenken lasse. Hier im SLOWS wurde ich dann aber für 45min „festgenagelt“. Keine Chance auf Blumen gießen oder sonstige Ablenkungsmanöver.
Um mich herum schrieben schon alle fleißig, also musste ich auch ran. Sonst wäre ich später als „die ohne Antworten“ aufgeflogen. Nachdem ich mehrfach meine Sitz- dann die Liege- und dann wieder die Sitzposition optimiert hatte, war ich drin im Flow. Ich habe dann sogar richtig viel notiert.
Die außerhäusliche, minimalistische Atmosphäre im SLOWS, die ruhige Stimmung mit Lisis „Zen“- Ausstrahlung und die anderen Teilnehmerinnen haben offenbar Ihr Übriges getan und mich zum fokussierten Schreiben animiert.
Am Ende durfte jede, die wollte, ihre Gedanken mit der Gruppe teilen. Lisi hat individuelle Rückmeldungen gegeben und Anregungen mit praktischen Tipps zur Umsetzung und zum Erreichen der jeweiligen Ziele aufgeführt. Man hat gemerkt, dass die Trainerin eine fundierte Ausbildung hat – was mir persönlich vor allem bei mentalen Kursangeboten auch wichtig ist.
Fazit:
Zuhause könnte ich es (Journaling) theoretisch auch, praktisch passiert es aber wohl leider nicht…-
Besonders gut hat mir der Austausch und der Vergleich mit den anderen Teilnehmern gefallen. Sie hatten überraschenderweise ganz ähnliche Themen. Ich bin also nicht alleine mit meinen “Baustellen“.
Zudem wurde mir klar, wie selten ich bewusst auf Positives schaue. Ich glaube schon, dass sich das bewusste fokussieren auf Positives und das aktive Auseinandersetzen mit sich selbst bei „regelmäßiger Anwendung“ günstig auf die mentale Gesundheit auswirkt. Schade eigentlich, dass ich nicht in Berlin wohne….
Liebe Grüße,
Eva