PODCAST / FOLGE 2 & 3
Hallo und herzlich willkommen zur zweiten Folge von unserem Podcast ▶︎ "Lebensphase: fortgeschritten! - Dein Sonntagnachmittag Podcast auf der Suche nach dem Gewinn der Wechseljahre".
Wenn man sich ernsthaft mit den Wechseljahren beschäftigen möchte, kommt man an einem Thema nicht vorbei: Hormone.
Wir möchten den Hormonen die Wichtigkeit geben, die ihnen zusteht – sie aber nicht als Lifestyle-Thema betrachten. Für uns sind sie der Auslöser für Signale der Veränderung, die Körper und Psyche gleichzeitig betreffen – und die uns Hinweise geben, wo wir unsere Prioritäten setzen und dringend handeln sollten.
Denn es gibt Folgen der Wechseljahre, die kaum in unseren Feeds auftauchen - weil sie zum einen nicht besonders sexy sind, zum anderen recht unbequeme Maßnahmen erfordern. Es sind leise Prozesse, die früh beginnen – und später schwer korrigierbar sind.
Unser Gast
Für unsere zweite Podcast-Folge sind wir nach Köln gefahren, um dort Prof. Dr. Dr. Patrick Diel zu treffen. Er ist Biologe, Biochemiker und Endokrinologe mit den Schwerpunkten molekulare Endokrinologie, Stoffwechsel- und Doping-Forschung. Nach seinem Postdoc in der Pharmaindustrie wechselte er 1995 an die Deutsche Sporthochschule Köln, wo er am Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin in der Abteilung Molekulare und zelluläre Sportmedizin tätig ist.
2003 habilitierte er sich an der Technischen Universität Dresden und wurde dort 2009 zum Honorarprofessor ernannt. Seit 2015 ist er außerplanmäßiger Professor an der Deutschen Sporthochschule Köln.
Im Zentrum seiner Forschung stehen hormonelle Regulationsmechanismen, die Rolle von Ernährung und Nahrungsbestandteilen sowie die Prävention von Stoffwechselerkrankungen. Er ist zudem Vorstandsmitglied des Zentrums für präventive Dopingforschung und berät seit 2005 als Gutachter den Deutschen Bundestag und die Europäische Kommission zu Fragen des Gendopings.
Thema
Für unser Gespräch hat sich Prof. Dr. Dr. Patrick Diel über zwei Stunden Zeit genommen – und wir möchten euch die wichtigsten Erkenntnisse daraus nicht vorenthalten. Deshalb gibt es diesmal gleich zwei Podcast-Folgen:
In der ersten Folge geht es um weibliche Hormone und wie sie sich in den Wechseljahren verändern. Wir sprechen über Risiken und Folge-Erkrankungen, die in dieser Zeit auftreten können, und diskutieren die Rolle von bioidentischen, pflanzlichen und synthetischen Hormonen: lindern sie nur Symptome oder schützen sie auch vor Langzeitfolgen?
Diel beleuchtet Aufklärungs- und Versorgungslücken für Frauen ab 40 und gibt konkrete Empfehlungen für eine bestmögliche Vorsorge. Außerdem erklären wir, warum Hormonspiegel sinken und die Fruchtbarkeit endet – und welchen Sinn das hat.
In der Bonus-Folge sprechen wir über Evas Lieblingsthema: Sport.
Denn Bewegung ist in der Lebensmitte weit mehr als ein Lifestyle-Thema. Studien und die Empfehlungen der WHO zeigen: Schon relativ kurze Trainingseinheiten pro Woche können Gesundheit und Lebensqualität deutlich verbessern.
Wir schauen genauer hin: Welche Formen von Bewegung sind wirklich sinnvoll? Welche Rolle spielen Krafttraining, Ausdauer und Alltagsbewegung? Und warum ist ausgerechnet der Spaß an der Bewegung ein entscheidender Faktor, um langfristig dranzubleiben?
Außerdem sprechen wir darüber, warum ein Gesundheitscheck vor Trainingsbeginn sinnvoll sein kann – und weshalb fachkundige Anleitung, vor allem beim Krafttraining, hilft, Verletzungen zu vermeiden.
Und wir ordnen ein, wie Bewegung zusammen mit anderen Faktoren – etwa einer individuell abgestimmten Hormonersatztherapie bei starken Wechseljahresbeschwerden – Herz-Kreislauf-Gesundheit, Muskel- und Knochengesundheit, Schlaf und psychisches Wohlbefinden positiv beeinflussen kann.
Eine Folge für alle, die verstehen wollen, warum Bewegung gerade in dieser Lebensphase so viel verändern kann.
"Die Wechseljahre selbst und der Eintritt in die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern es ist eine ganz normale physiologische Situation im Leben einer Frau."
Prof. Dr. Dr. Patrick Diel
Warum wir mit Prof. Dr. Dr. Patrick Diel über Hormone und Sport gesprochen haben ...
Hormone sind kein Trendthema. Sie steuern zentrale Prozesse im Körper: Stoffwechsel, Muskeln, Knochen, Gehirn, Herz-Kreislauf-System, Regeneration und Belastbarkeit. Trotzdem erleben wir – besonders bei Frauen in der Lebensmitte – große Verunsicherung: Was ist noch normal? Was sollte medizinisch abgeklärt werden? Und was ist evidenzbasiert – statt von Angst oder Halbwissen geprägt?
Klarheit statt Meinungen
Patrick Diel beschäftigt sich seit Jahrzehnten wissenschaftlich mit Hormonen, Leistungsfähigkeit und Prävention. Uns ging es nicht um schnelle Lösungen, sondern um Einordnung: Welche Rolle spielen Hormone wirklich für die langfristige Gesundheit? Welche Veränderungen sind relevant – auch dann, wenn sie noch keine deutlichen Symptome machen?
Wechseljahre betreffen den ganzen Körper
Hormonelle Veränderungen sind mehr als einzelne Beschwerden. Muskelabbau, Verlust von Knochendichte oder Veränderungen im Stoffwechsel entstehen oft schleichend und bleiben lange unbemerkt. Prävention beginnt deshalb schon in jungen Jahren.
Angst ersetzt keine Aufklärung
Viele Vorbehalte gegenüber Hormonen beruhen auf veralteten Annahmen oder verkürzten Darstellungen. Unser Anspruch bei fourtyflow ist ein anderer: Weniger Halbwissen. Mehr Klarheit. Dazu gehört auch, Risiken differenziert zu betrachten – und Nutzen nicht pauschal auszublenden.
Das Gespräch mit Patrick Diel ist Teil unserer Überzeugung, dass Gesundheit in der Lebensmitte kein Selbstexperiment sein darf. Wer fundierte Entscheidungen treffen will, braucht wissenschaftliche Einordnung und medizinische Differenzierung.
WAS NEHMEN WIR AUS DEM GESPRÄCH AUF UNSERE REISE MIT ...
1.
Wie ruiniert man seine Gesundheit am effektivsten?
Die Antwort von Patrick war überraschend klar: Rauchen, viel Alkohol, zuckerreiche Ernährung, Bewegungsmangel – und vor allem chronischer Stress und negative Gedanken. Diese Kombination ist wissenschaftlich gesehen eine ziemlich zuverlässige Strategie für ein ungesundes Leben.
Die Antwort von Patrick war überraschend klar: Rauchen, viel Alkohol, zuckerreiche Ernährung, Bewegungsmangel – und vor allem chronischer Stress und negative Gedanken. Diese Kombination ist wissenschaftlich gesehen eine ziemlich zuverlässige Strategie für ein ungesundes Leben.
2.
Hormone steuern weit mehr als nur den Zyklus
Hormone sind das zentrale Kommunikationssystem des Körpers. Sie beeinflussen nahezu alle physiologischen Prozesse – vom Stoffwechsel über Muskulatur und Knochen bis hin zu Gehirn und Herz-Kreislauf-System.
Hormone sind das zentrale Kommunikationssystem des Körpers. Sie beeinflussen nahezu alle physiologischen Prozesse – vom Stoffwechsel über Muskulatur und Knochen bis hin zu Gehirn und Herz-Kreislauf-System.
3.
Der Zeitpunkt der Wechseljahre ist extrem individuell
Im Durchschnitt beginnen die Wechseljahre in Deutschland mit etwa 51 Jahren. Die Spannbreite ist jedoch groß: Manche Frauen kommen schon mit Mitte 30 ins Klimakterium, andere mit fast 60 noch nicht. Auch Dauer und Verlauf sind sehr unterschiedlich.
Im Durchschnitt beginnen die Wechseljahre in Deutschland mit etwa 51 Jahren. Die Spannbreite ist jedoch groß: Manche Frauen kommen schon mit Mitte 30 ins Klimakterium, andere mit fast 60 noch nicht. Auch Dauer und Verlauf sind sehr unterschiedlich.
4.
Die Länge der hormonellen Lebensphase spielt eine Rolle
Frauen, die sehr früh ihre erste Regelblutung bekommen und sehr spät in die Wechseljahre kommen, haben statistisch ein höheres Brustkrebsrisiko als Frauen mit einer kürzeren hormonellen Expositionszeit.
Frauen, die sehr früh ihre erste Regelblutung bekommen und sehr spät in die Wechseljahre kommen, haben statistisch ein höheres Brustkrebsrisiko als Frauen mit einer kürzeren hormonellen Expositionszeit.
5.
Die häufigsten Beschwerden im Alltag
Zu den Symptomen, die viele Frauen besonders belasten, gehören Hitzewallungen, Schlafstörungen und Veränderungen des Körpergewichts – oft verbunden mit einer neu auftretenden Fettverteilung im Bauchbereich.
Zu den Symptomen, die viele Frauen besonders belasten, gehören Hitzewallungen, Schlafstörungen und Veränderungen des Körpergewichts – oft verbunden mit einer neu auftretenden Fettverteilung im Bauchbereich.
6.
Die Menopause ist keine Krankheit
Die Wechseljahre sind ein natürlicher, physiologischer Abschnitt im Leben einer Frau. Gleichzeitig können durch den sinkenden Hormonspiegel Risiken für bestimmte Erkrankungen entstehen – etwa für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Osteoporose.
Die Wechseljahre sind ein natürlicher, physiologischer Abschnitt im Leben einer Frau. Gleichzeitig können durch den sinkenden Hormonspiegel Risiken für bestimmte Erkrankungen entstehen – etwa für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Osteoporose.
7.
Die Wechseljahre haben auch einen evolutionsbiologischen Sinn
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko genetischer Schäden bei Schwangerschaften. Evolutionsbiologisch kann es deshalb sinnvoll sein, dass Frauen nach der reproduktiven Phase weiterleben und als Großmütter die nächste Generation unterstützen.
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko genetischer Schäden bei Schwangerschaften. Evolutionsbiologisch kann es deshalb sinnvoll sein, dass Frauen nach der reproduktiven Phase weiterleben und als Großmütter die nächste Generation unterstützen.
8.
Mehr Fokus auf die Knochengesundheit bitte!
Mit dem Eintritt in die Menopause beschleunigt sich der Abbau der Knochendichte deutlich. Osteoporose ist deshalb ein zentrales gesundheitliches Risiko in dieser Lebensphase.
Mit dem Eintritt in die Menopause beschleunigt sich der Abbau der Knochendichte deutlich. Osteoporose ist deshalb ein zentrales gesundheitliches Risiko in dieser Lebensphase.
9.
Prävention beginnt lange vor den Wechseljahren
Die entscheidende Phase für den Aufbau stabiler Knochen liegt zwischen Pubertät und etwa 40 Jahren. In dieser Zeit sind Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Kalzium sowie der Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum besonders wichtig.
Die entscheidende Phase für den Aufbau stabiler Knochen liegt zwischen Pubertät und etwa 40 Jahren. In dieser Zeit sind Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Kalzium sowie der Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum besonders wichtig.